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Am Ende die Hoffung: Interview mit Stephan Luca
"Wir müssen endlich verstehen, dass Gewalt immer Gegengewalt schürt.
Herr Luca, Ihre Figur wirft die Frage auf, ob der Zweck die Mittel heiligt?
Um Gottes Willen, nein! Aber das Mutige an dieser Figur ist, dass die übliche Schwarzmalerei von Gut und Böse durchbrochen wird. Robert steht moralisch auf der richtigen Seite. Er tut das Richtige, aber auch er bedient sich der Waffen des Krieges. Auch er tötet Menschen, auch er ist ein Gefangener in dieser teuflischen Maschinerie.
Wo aber liegt die Grenze
Das ist kaum zu beantworten. Und jede Situation ist aufs Neue zu bewerten. Wir müssen endlich verstehen, dass Gewalt immer Gegengewalt schürt. Es ist ein Segen, dass wir hier und heute nicht in solchen Verhältnissen leben müssen. Als Schauspieler macht man enorme Zeitsprünge. Wenn wir an Originalsets in Berlin oder in Babelsberg arbeiten und diese Sets dann mit Komparserie und mit Bombeneinschlägen gefüllt werden, bekommt man plötzlich eine sehr bedrückende Vorstellung dieser Zeit.
Sie haben für "Wenn die Liebe doch so einfach wäre" bereits mit Yvonne Catterfeld zusammengearbeitet. Macht es die Arbeit leichter, wenn man sich kennt?
Sympathie hilft immer. Und Yvonne ist eine Freundin. Für unsere Rollen war das gut, um eine große Glaubwürdigkeit schaffen zu können. Vor allem in den körperlich anstrengenden Szenen, wo man an einen Schmerzgrad herangeht. Ich habe Yvonne vorher gesagt, dass ich nicht zurückweichen möchte, dass wir uns buchstäblich in die Figuren hineinschmeißen müssen. In solchen Momenten hilft es sehr, sich zu kennen. Ich denke auch nicht, dass man dadurch unkonzentriert wird. Man kann hingegen sehr schnell gemeinsam lachen und das ist nötig. Vier Wochen ständig nur in seiner Rolle zur verharren, hält man nicht aus. Man muss schnell umschalten können, vor einer ernsthaften Szene z.B. auch mal herzhaft lachen dürfen. Und mit Yvonne und mit Max (von Pufendorf; d. Red.) hat das bestens funktioniert.
Komödie, Drama, Krimi – Sie machen überall eine gute Figur. Nach welchen Kriterien suchen Sie Ihre Rollen aus?
Am Ende des Tages entscheiden nur das Buch, die Geschichte und die Figur, ob ich etwas mache. Aber ich weiß, dass ich SAT.1 viel zu verdanken habe. Der Sender hat mir zum Bespiel meine erste Komödie ermöglicht. Und nun hat man "Wolffs Revier" neu aufgelegt. Wir haben gerade den Piloten produziert, eines der überraschendsten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Von der Redaktion sehr mutig, weil man den bekannten Helden, Wolff, erst einmal demontiert. Man wird sehen, ob der Zuschauer das gut findet oder nicht. Aber es sind mutige Ansätze und das ist es, was mir am meisten Freude macht. Mich freut dieser Mut von SAT.1, davon leben wir Schauspieler. Es wäre falsch, immer nur wiederzukäuen und immer nur zu gucken, was vielleicht woanders erfolgreich ist.
Interview: Andreas Kötter
Copyright: © ProSiebenSat1. TV Deutschland GmbH
Eine Dreiecksbeziehung im Fim ist klischeehaft und vorhersehbar? Yvonne Catterfeld, Max von Pufendorf und Stephan Luca wollen diesem Vorurteil entgegenwirken.
Hier findet ihr ein tolles Interview!
  
Stephan Luca spielt Robert Kästner in dem Film "Visus - Expedition Arche Noah!"
Interview mit Hauptdarsteller Stephan Luca
Als was für einen Film würden Sie "Visus – Expedition Arche Noah" beschreiben?
„Ein absoluter Abenteuerfilm. Ein Dreh, der uns durch halb Europa brachte, aber das Abenteuer begann für mich schon kurz vor dem Dreh.“
Warum?
„Eigentlich ist man meistens ein paar Tage vor Drehbeginn im Ausland vor Ort, für Kostümproben, Besprechungen und um die letzten Sachen zu klären. Aber im Frühjahr 2010 machte auch uns die Aschewolke aus Island einen Strich durch jede Reiseplanung. Ich sollte zum ersten Drehtag nach Istanbul, saß aber in Hamburg fest. Die einzige Möglichkeit um den Drehbeginn zu halten und nicht alles auf unbestimmte Zeit nach hinten zu verschieben, war mich mit dem Auto in die Türkei zu bringen. Also setzte man mich vormittags mit zwei Fahrern in ein Auto und los ging ein filmreifer Roadtrip von Deutschland über Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Bulgarien nach Istanbul. 2600 Kilometer in knapp 30 Stunden. Non Stopp.“
Wie reagierten die Zollbeamten auf Sie? Immerhin haben Sie zig Grenzen passiert?
„An den Grenzen schaute man uns komisch an, als wir unsere Geschichte erzählten. Aber nach und nach sprach sich wohl rum, dass viele Leute ihre Reisen nun mit dem Auto antraten. Und wir schafften es grade noch ohne Verzögerungen zum ersten Drehtag.“
Gab es auch mal brenzlige Situationen?
„Oh ja. Etwas mulmig wurde mir, als wir nachts eine Verfolgungsjagd auf den Dächern von Orvieto, im Südwesten Umbriens, drehten, für eine Szene relativ am Anfang des Films. Ich flüchte vor der Polizei, springe von Dach zu Dach, über alte, rote Steinkacheln. Diese wirkten nicht mehr so ganz vertrauensvoll, trotzdem aber musste natürlich unser Team da ebenfalls drauf. Nachts wurde es auch noch feucht und rutschig, so dass man sich ein wenig Sorgen machen konnte, wann wohl der erste ausrutscht und nach unten fällt. Aber unsere Stunt-Crew rund um Mark Sieger hat uns wunderbar betreut und gesichert, dass wir uns problemlos auch in der Höhe bewegen konnten. Die Dächer und somit die halbe Stadt waren so aufwendig und imposant von Kameramann Jo Heim ausgeleuchtet, dass das Drehen in einem so tollen Set noch mehr Spaß gemacht hat.“
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